Amazonien

Roder Torsten,
Sohr Ilka
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Amazonien

UNTERWEGS ZWISCHEN ANDEN UND ATLANTIK

Als Amazonien bezeichnet man längst nicht nur die Ufer links und rechts des wasserreichsten Stromes der Erde. Amazonien umfasst ein Gebiet so groß wie der gesamte Kontinent Australien. Als Quelle haben Wissenschaftler inzwischen einen Bergsee im Hochland Perus festgelegt, somit schlägt der Amazonas den Nil um ein paar Kilometer und ist auch der längste Fluss des Erdballs. Seinen Weg beginnt das Wasser auf den schneebedeckten Gipfeln der Anden. Dann stürzt es hinab in die Yungas mit ihren steilen Hängen überzogen von verfilztem Bergurwald und endet schließlich in den großen trägen Strömen des Tieflandes.

Die Herausforderung des Reisens in Amazonien liegt zum einen in den Dimensionen, zum anderen in der Unwegsamkeit und dem Klima. Während die einen Vertreter der unglaublichen Artenvielfalt uns glücklich machen, treiben andere Exemplare uns immer wieder in den Wahnsinn. Zeit, stoische Gelassenheit und Improvisationstalent sind Grundvoraussetzungen um mal eben 900 Flusskilometer zur Trockenzeit in der „Tierra Humboldtiana“ Venezuelas zu trampen oder den Ursprung der Wasser Amazoniens auf isolierten Tafelbergen zu erkunden. Mal bahnte uns das Wasser den Weg, mal versperrte es denselben und ließ uns tagelang warten bis ein Queren zu Fuß oder ein Befahren überhaupt möglich war.

LKW, Bus, Ochsenfuhrwerk, Militärflugzeug, Pferd, Motorrad, Quadratruck, Hängemattendampfer, Pongo, Einbaum, Schlauchboot, Packrafts, Selbstbaufloß – auch die „Artenvielfalt“ der Fortbewegungsmittel steht der Fülle der gewaltigen Natur in nichts nach. Seit 2009 sind wir jedes Jahr für drei bis fünf Monate in Amazonien.