Ausgesetzt in menschenleerer Wildnis

Löwenherz, Richard
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Ausgesetzt in menschenleerer Wildnis

Expeditionen durch Ost- und Nordsibirien

Es war ein verwegener Plan: zwei Flusswanderer, die sich zuvor noch nie begegneten, entschieden sich zu einem gemeinsamen Abenteuer durch die unbewohnten Gebirgszüge im Osten und Norden Sibiriens. Ihre Ausrüstung: zwei tragbare Schlauchboote, bis zu sechs randvolle Rucksäcke und Proviant für einen fünf- bzw. zehnwöchigen Aufenthalt in menschenleerer Wildnis.

Die erste Tour durch das ostsibirische Suntar-Chajata-Gebirge begann mit einem beschwerlichen Fußmarsch gegen die Strömung eines Eisflusses, dann folgte die Überquerung eines noch im Schnee liegenden Passes und schließlich ein 500 km langes Rafting hinab zum Ochotskischen Meer. Doch nicht alles kam wie geplant, denn schon während der Gebirgsquerung trennten sich die beiden Abenteurer, so dass sie sich auf eigene Faust zur nächsten menschlichen Ansiedlung durchschlagen mussten. Rasantes Wasser, durstige Mückenschwärme, angriffslustige Bären und knapper Proviant sorgten für eine haarsträubende Tour mit etlichen Grenzerfahrungen…

Trotz einiger Differenzen fanden sich die beiden Sibirien-Freunde ein Jahr später zu einer neuen Unternehmung zusammen. Das legendäre Putorana-Plateau hoch im Norden Sibiriens wurde anvisiert – ein Gebirge, das so abgeschieden ist, dass sich dorthin alljährlich nur eine Hand voll Geologen und Abenteurer verirren. Zahlreiche fjordartige Seen, wilde Flüsse und tief eingeschnittene Canyons mit etlichen Wasserfällen durchschneiden hier eine karge hochliegende Frostschuttwüste aus basaltischem Lavagestein. Ganze zehn Wochen durchwanderten hier die beiden eine atemberaubende Wildnis, ohne dabei auch nur ein einziges Mal auf andere Menschen zu treffen…

Dauer: 110-120 min