Chile

Beyer, Dr. Heiko
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Chile

Von der Atacamawüste in die Antarktis

Chile fühlt sich für ihn nicht wie ein Reiseziel an – eher wie ein endloser Roadtrip durch völlig unterschiedliche Welten. Kaum irgendwo sonst wechseln sich Extreme so schnell ab. Für den National-Geographic-Fotografen und Südamerikakenner Heiko Beyer ist es ein Kontinent, der ihn seit fast 30 Jahren nicht mehr loslässt.

Ganz oben im Norden geht es direkt hoch hinaus: im Lauca-Nationalpark auf über 4.500 Meter. Dünne Luft, dafür umso klarere Farben. Vulkane spiegeln sich in stillen Lagunen, Flamingos ziehen ihre Bahnen – eine Szenerie, die fast unwirklich erscheint.

Ein paar hundert Kilometer weiter südlich wartet San Pedro de Atacama. Ein staubiges Oasendorf mitten in der trockensten Wüste der Welt – und genau dort lernt Heiko einen Mann kennen, de als Zorro verkleidet Bürgermeister werden will. Chile zeigt an diesem Ort auch seine skurrile Seite. Zwischen Mondlandschaften, Geysiren und einem der klarsten Sternenhimmel der Erde verliert man schnell jedes Gefühl für Zeit.

Und dann dieser Sprung hinaus in den Pazifik: die Osterinsel. Kaum ein Ort wirkt geheimnisvoller. Die Moai stehen wie stumme Wächter einer längst vergangenen Kultur. Im ersten Licht des Tages oder im Abendrot entfaltet dieser abgelegene Fleck Erde eine besondere Magie, die lange nachwirkt.

Zurück auf dem Festland verändert sich die Welt erneut: das chilenische Seengebiet. Tiefe, glasklare Seen, darüber schneebedeckte, aktive Vulkane – und mittendrin uralte Araukarienwälder, etwa im Nationalpark Conguillío. Eine Landschaft, die gleichzeitig kraftvoll und still wirkt und sich dem Fotografen in langen Wanderungen offenbart. In dieser Region hat Heiko auch die Nähe zu den Mapuche gesucht, den Ureinwohnern Patagoniens, deren Kultur bis heute eng mit der Natur verbunden ist.

Und dann, ganz im Süden: Patagonien. Der Torres del Paine Nationalpark – rau, wild, unberechenbar. Gemeinsam mit einem alten Gaucho war er dort unterwegs, auf der Suche nach Pumas. Stundenlang nur Wind, Weite und Stille. Und dann dieser eine Moment: ein Blick, eine Bewegung – und plötzlich steht die Raubkatze 3 Meter entfernt und blickt einem in die Augen!

Und dann stellt sich die Frage, die ihn immer wieder antreibt: Wie weit reicht der Süden? Die Antwort ist nicht nur eine geografische. Über Kap Hoorn hinaus ist Heiko Beyer weitergereist, hat die raue See durchquert und ist in die Antarktis vorgedrungen – in eine Welt aus Eis, Licht und Stille, die Abenteuerlust, Forschergeist und tiefe Ehrfurcht weckt.