Roadtrip Seidenstraße
Themen-Seite von Oliver Neumann
Roadtrip Seidenstraße
Eine Reisereportage aus Zentralasien
13 Monate, 20 Länder, über 33.000 Kilometer: Im eigenen Pickup-Camper reisen Dagmar und Oliver Neumann von Deutschland über den Balkan, die Türkei und den Iran nach Zentralasien und schließlich bis in die Mongolei – auf den Spuren der alten Seidenstraße, durch eine Region, über die man hierzulande wenig Konkretes weiß.
Den Anstoß dafür liefert ein Zufallsfund im Internet: 2016 stoßen die beiden, seit über 20 Jahren leidenschaftlich gemeinsam unterwegs, auf das Bild eines riesigen, brennenden Lochs mitten in der Wüste – den Derweze-Gaskrater, besser bekannt als „Tor zur Hölle“. Er liegt in Turkmenistan, einem der verschlossensten Länder der Welt, in das Individualreisende nur schwer hineinkommen. Aus der Faszination an diesem Ort entsteht ein Jahr später die Idee zu einer großen Reise entlang der gesamten Seidenstraße – verbunden mit der vagen Hoffnung, Turkmenistan vielleicht doch mit einem Transitvisum durchqueren zu können. Garantiert ist das nicht: Die Genehmigungsquote liegt damals bei nur etwa 50 Prozent.
Im September 2018 geht es los. Der Vortrag folgt der Route und entwickelt seine Geschichte entlang der Strecke. Er greift einzelne Situationen heraus, die für die jeweilige Region und ihren Charakter stehen. Von der Wüste Lut im Iran, einem der heißesten Orte der Erde, über die fast menschenleere turkmenische Hauptstadt und den Ak-Baital-Pass im tadschikischen Pamirgebirge auf 4.655 Metern Höhe, durch 2.000 Kilometer kasachische Steppe – bis in die Weite der Mongolei und der Wüste Gobi.
Mit den Landschaften verändert sich auch der Blick auf die Region: Erzählt wird von Visa-Odysseen und autokratischen Regimen ebenso wie von unerwarteten Begegnungen – einer spontanen Rolle als Statisten in einer iranischen Filmproduktion, einem Wiedersehen mit alten Bekannten mitten in der Wüste, einem tadschikischen Gastgeber, dessen Vater einst auf der anderen Seite des Krieges kämpfte, oder diverser Einladungen zu Stutenmilch. So entsteht, Etappe für Etappe, das Porträt einer Region voller Kontraste und überraschender Alltagsmomente.
Starke Bilder treffen auf genaue Beobachtung – und zeigen Zentralasien so, wie es Dagmar und Oliver Neumann selbst erlebt haben: nah, widersprüchlich und oft überraschend.